Heimatverein 1952 Arborn e.V.

 

Die Alte Schule in Arborn-

Schule, Betsaal, Wohnung, Museum

 

Im 17. Jahrhundert gehörte der Arborner Schulsprengel noch zur Kirchspielschule Nenderoth. Jedoch konnten die Dorfbewohner jederzeit einen Privatlehrer engagieren, wovon sie ab 1659 auch Gebrauch machten, allerdings bestand auch weiterhin eine Beitragspflicht zur Kirchspielschule im Nachbarort.

Die änderte sich auch nicht, als die Gemeinde 1717 ein eigenes Schulhaus errichten ließ. Es ist in der für unsere Gegend typischen Fachwerkbauweise errichtet und, da das Haus auch als Kapelle genutzt wurde, mit einem Dachreiter versehen.

 

Bereits während der Bauzeit zählte man in Arborn 60 Kinder, so dass man die Investition in ein eigenes Schulhaus als durchaus lohnenswert betrachten konnte. Allerdings wurde nur von Michaeli bis Ostern unterrichtet, denn im Sommer mussten die Kinder, wie überall in unserer Region zu dieser Zeit, ihren Eltern bei der Feldarbeit kräftig zur Hand gehen, was sie vom Unterricht fernhielt.

Neben den Unterrichtsräumen beherbergte die Arborner Kapellenschule auch einen Betsaal, es war, neben Erteilung des Schulunterrichts im Winter, die Aufgabe der Arborner Schulmeister die dort stattfindenden Betstunden abzuhalten.

 

Der Lohn für diesen breitgefächerten Dienst war karg, er Betrug in Spitzenzeiten fünf Gulden und zwei Malter Korn plus Reihenkost per anno, in schlechteren Zeiten zwei Gulden pro Jahr.

In den beengten Räumlichkeiten des Schulgebäudes befand sich auch die Lehrerwohnung, in der die, im 18. und 19. Jahrhundert oft zahlreichen Schulmeisterfamilien lebten. Dazu hatte noch zeitweise der Gemeindeschäfer das Recht auf Wohnung im Schulhaus.

Ab 1810 wurde die Schule Arborn mit 73 Schülern ein eigener Schulbezirk, die Norm zur Selbstständigkeit lag damals bei 100 Schulkindern. Die Oberaufsicht als Schulinspektor oblag allerdings bis 1919 dem Nenderother Pfarrer.

Schon um 1800 war die Kapellenschule für die stetig wachsende Schülerschar zu klein geworden, die höheren Jahrgänge wurden ab da im Obergeschoss des 1800 neu errichteten Backhauses unterrichtet, ab 1898 wurde die Schule schließlich Zweiklassig, ein zweiter Lehrer wurde engagiert. Die Schülerzahl lag damals bei 112 Kindern, erst 1947 wurde dieser Rekord mit 117 Schülern gebrochen.

 

Mit der Zeit waren die räumlichen Verhältnisse der Arborner Schule so beengt und die Wohnverhältnisse in der Lehrerwohnung in der alten Schule so untragbar geworden, dass nach langen Jahren beharrlichen Verhandelns „auf dem Bühl“ ein neues Schulgebäude, das jetzige Dorfgemeinschaftshaus errichtet wurde.

Am 23 Oktober 1937 zog man dort freudig ein, auch die Lehrerwohnung wurde dort untergebracht.

Und unsere alte Schule, wie sie nun im Volksmund hieß, was wurde mit ihr?

Sie diente von diesem Zeitpunkt an als Gemeindewohnung, bis 1976 im Besitz der Gemeinde Arborn, ab 1977 im Besitz der Gemeinde Greifenstein.

Im Jahr 2005, mit dem Tod der letzten Bewohnerin, begannen die erfolgreichen Verhandlungen zur Übernahme auf Mietbasis zwischen dem Arborner Vereinsring und der Gemeinde Greifenstein. Der Heimatverein nutzt sie seitdem als Museum und hält das Gebäude in Stand.

Die alte Schule wurde vom HV Arborn in Eigenregie entrümpelt und gründlich renoviert. Ab Januar 2008 konnte man mit dem liebevollen einrichten des Dorfmuseums beginnen, welches am 31.07. 2010 mit einem Weinfest eingeweiht wurde.

 



 

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